Wildcampen in Deutschland: Das gilt es zu beachten

Wildcampen in Deutschland: Das gilt es zu beachten

Wildcampen wird für viele Menschen immer attraktiver. Kein Wunder, denn einfach unter freiem Himmel zu übernachten, weckt Träume und Sehnsüchte.

Irgendwo zwischen dem amerikanischen Traum von Freiheit und Abenteuer, irgendwo zwischen Vanlife und Selbsterfahrung, entwickelt sich der kurzzeitige Ausstieg aus der Zivilisation zum Wunsch vieler Urlauber in Deutschland. Einfach mal auf jeden Luxus verzichten, einfach mal die ganzen Reize des Alltags vergessen, wer will das nicht?

Ganz so leicht ist es aber nicht, in Deutschland der Zivilisation zu entkommen. Denn längst nicht überall ist das Wildcampen in Deutschland erlaubt. Leider gibt es aber nicht »ein paar« Regeln, die für alle und im ganzen Land gelten. Das Wildcampen ist Ländersache und jedes Bundesland hält eigene Gesetze bereit – und Konsequenzen gegen Verstöße. Denn beim Camping an den falschen Orten zu stehen, ist nicht erlaubt und kann teuer werden.

Was suchen Menschen beim Wildcamping?

Camping an sich ist eine beliebte und kostengünstige Art, den Urlaub zu verbringen. Für viele Menschen ist »ihr« Campingplatz in Deutschland sogar die zweite Heimat: Man kennt die Nachbarn, den Badesee und die öffentlichen Platzregeln.

Viele Campingplätze sind wie Schrebergartensiedlungen, die Parzellen sind klein, wer grillt, muss die Nachbarn einladen, damit sie sich nicht über die Rauchwolke beschweren. Und genau das schreckt Wildcamper ab. Denn beim Wildcamping geht es um ganz andere Dinge. Es geht darum, dort zu stehen, wo niemand sonst ist.

Das Gefühl, ein Pionier zu sein, der sein eigenes Stück »Wildnis« erobert, ist einfach unschlagbar. Nur, wer schon einmal eine Nacht allein im Wald verbracht hat, weiß, wie lebendig der Lebensraum Wald ist. Und nur, wer schon einmal fern jeder Großstadt im Freien unterm Sternenhimmel übernachten konnte, weiß, wie hell Sterne funkeln.

Beim wilden Camping bekommen Worte wie Stille, Einsamkeit oder Freiheit eine neue Dimension. Das Gefühl, mit dem auskommen zu müssen, was im Rucksack ist, schärft bei vielen Menschen das Bewusstsein dafür, was im Leben wichtig ist. Wildcamping ist einfach viel mehr als Übernachten im Freien. Für viele Menschen bedeutet es Selbstentwicklung, für manche hat Wildcamping sogar eine spirituelle Dimension.

So einen Ausblick bekommt man nur beim Wildcampen
So einen Ausblick bekommt man nur beim Wildcampen

Wieso ist es in Deutschland nicht erlaubt, überall mit dem Camper zu stehen?

Die Faszination am freien Camping gäbe es nicht, wenn wir alle fröhlich mit unserem Zelt in den Wald stapfen würden, wenn an den Stränden unserer Küsten Camper stehen oder wenn Wohnmobile durch Naturschutzgebiete tuckern würden.

Die Natur in Deutschland, die Wildcamper so lieben, soll und muss geschützt werden. Schließlich sind wir Menschen ja nicht die einzigen Lebewesen, die den Lebensraum Natur brauchen. Umso wichtiger ist es, dass wir alle gemeinsam durch das Naturschutzgesetz bewahren, was wir lieben.

Auch, wenn Sie vielleicht an manchen Stellen gern den Kopf schütteln würden über »sinnlose« Bestimmungen, sie alle haben den Sinn, die unberührte Natur zu erhalten und Tieren den wichtigen Lebensraum zu sichern.

Aber keine Sorge. Neben den Bestimmungen in den einzelnen Bundesländern stellen wir Ihnen noch viele Alternativen zum Wildcampen vor, die Ihnen ebenfalls Freiheit und Abenteuer versprechen – nur ohne Bußgeld und Verbot, dafür aber mit einer Genehmigung. Und dafür müssen Sie längst nicht immer auf einem Stellplatz auf einem öffentlichen Campingplatz stehen.

Wildcampen in Deutschland: In welchen Bundesländern ist was erlaubt?

Wir machen einfach erst mal eine Tour von Nord nach Süd, von der Küste bis zu den Alpen, um die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern aufzulisten. Diese Regelungen beziehen sich natürlich auf die Theorie, die einige rechtliche Grauzonen bereithält. Über die Praxis sprechen wir dann im darauf folgenden Absatz.

Schleswig Holstein

Wohnmobilfahrern und Campern ist das Übernachten in Schleswig Holstein in der freien Natur grundsätzlich nicht erlaubt. Es sei denn, vorher wurde eine Genehmigung des Grundstücksbesitzers eingeholt, auf der Fläche stehen zu dürfen.

Das Bundesland im hohen Norden bietet aber mit der Initiative »Wildes Schleswig Holstein« noch eine weitere Möglichkeit, in der Natur zu übernachten: Im gesamten Bundesland verteilt gibt es ausgewiesene Übernachtungsplätze. Erlaubt ist eine kostenlose Übernachtung, allerdings nur für Radfahrer und Fußgänger. Wohnmobile und Wohnwagen dürfen auf diesen Plätzen nicht stehen. Auch offenes Feuer ist aus Sicherheitsgründen verboten.

Hamburg

Hamburg zählt zu den kleineren Bundesländern und liegt wie eine Insel in Schleswig-Holstein. Das Landeswaldgesetz Hamburgs besagt, dass das Abstellen von Fahrzeugen und Anhängern sowie das Zelten nur mit der Zustimmung des Waldbesitzers und der zuständigen Behörde erlaubt ist. Erlaubt nur der Waldbesitzer das Camping, kann es trotzdem noch von der Behörde verboten werden. Ohne eine Erlaubnis drohen für das wilde Campen in Hamburg in geschützten Gebieten Bußgelder in Höhe von 25 bis zu 2.500 Euro.

Niedersachsen

Außerhalb von genehmigten Campingplätzen ist das Aufstellen von Wohnmobilen, Wohnwagen und Zelten verboten. Besitzer von Grundstücken und Wäldern können aber in Einzelfällen das Übernachten gestatten. Die Strafen für wildes Campen fallen in Niedersachsen relativ gering aus, die Höhe des Bußgeldes liegt bei zehntägigem Wildcamping bei 15 bis 1.000 Euro, jedoch kann die Strafe für jeden Tag über diesen Zeitraum hinaus noch höher ausfallen.

Bremen

Bremen ist nicht nur das kleinste Bundesland in Deutschland, es ist als Stadtstaat auch sehr dicht bebaut. Diese Ausgangslage hat dazu geführt, dass die Bremer sich um das Wildcamping einfach keine Gedanken gemacht haben – es gibt weder ein Waldgesetz noch einen Bußgeldkatalog für das Zelten außerhalb von privaten Grundstücken. Wildcamping in Bremen ist also nicht verboten, aber auch nicht ausdrücklich erlaubt.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern ist das »wildeste« der norddeutschen Bundesländer, hier gibt es nicht nur endlose Strände, sondern auch eine geringe Bevölkerungsdichte und viel unberührte Natur. Was nach einem Paradies fürs Wildcampen klingt, birgt einige Fallstricke. In Mecklenburg-Vorpommern wird per Gesetz unterschieden zwischen Wald und freier Landschaft.

Im Wald ist das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen verboten. Das gilt übrigens auch für Verkaufsstände. Die Forstbehörde oder Privatbesitzer können allerdings Ausnahmen genehmigen. Einfacher wird es in der freien Landschaft. Hier dürfen nicht motorisierte Wanderer für eine Nacht mit ihrem Zelt stehen, sofern sie nicht in einem geschützten Gebiet lagern, wie in einem Naturschutzgebiet oder Nationalpark. Im Falle eines Zuwiderhandelns können Strafen in Höhe von 50 bis 1.000 Euro fällig werden.

Nordrhein Westfalen

In Nordrhein Westfalen ist das Wildcamping durch das Landesforstgesetz geregelt. Grundsätzlich sind das Aufstellen von Zelten und das Abstellen von Kraftfahrzeugen und Wohnwagen im Wald verboten. Zehn Tage Wildcampen können bis zu 300 Euro Bußgeld kosten, weitere Tage kosten auch weitere Strafen in Höhe von 5 bis 80 Euro.

Auch hier gilt aber: Mit einer Genehmigung des Grundstückbesitzers oder der zuständigen Behörde ist das Campen erlaubt. Wie an vielen Orten in Deutschland ist es also weitaus günstiger, die Nacht über auf einem ausgewiesenen Campingplatz zu stehen, als beim Wildcamping erwischt zu werden.

Hessen

Hessen ist klein und waldreich und verfügt über wunderschöne Natur. Hier ist das Wildcampen folgendermaßen geregelt: Für alle Aktivitäten, die über »normale Erholung« hinausgehen, bedarf es der Zustimmung des Grundstücksbesitzers. Schlafen zählt in diesem Fall nicht zur normalen Erholung, wer über Nacht bleibt, braucht eine Genehmigung. Das gilt besonders für das Zelten und das Abstellen fahrbarer Unterkünfte wie Wohnwagen.

Sachsen Anhalt

Auch Sachsen Anhalt verlockt mit seinem Mittelgebirge, wilder Natur und zahlreichen Wanderwegen zum Wildcamping. Allerdings brauchen wilde Camper auch hier die ausdrückliche Erlaubnis des Grundstücksbesitzers, um im Freien übernachten zu dürfen. Sich einfach einen Stellplatz mit Blick auf den Brocken zu suchen wäre schön, ist aber nicht erlaubt.

Brandenburg

Brandenburg zählt zu den Bundesländern, die das freie Camping etwas lockerer gestalten. Hier dürfen Wanderer, Reiter, Radfahrer oder Bootsfahrer für eine Nacht ihr Zelt aufstellen – es sei denn, sie haben sich ein Privatgrundstück ausgesucht. In diesem Fall muss der Besitzer eine Genehmigung zum Schlafen auf seinem Grundstück erteilen.

Baden Württemberg

In Baden Württemberg ist wildes Campen verboten. Das Betretungsrecht aus dem Bundesnaturschutzgesetzt beinhaltet in Baden Württemberg nicht das Fahren mit oder das Abstellen von motorisierten Fahrzeugen, das Schlafen im Zelt und das Feuermachen.

Selbst landwirtschaftliche Flächen dürfen während der Nutzzeit von der Saat bis zur Ernte nur auf Wegen betreten werden. Wer in diesem Bundesland ganz legal zelten will, ist mit einem Campingplatz auf der sicheren Seite.

Berlin

In Berlin ist die Gesetzeslage ähnlich wie in Baden Württemberg. Der Aufenthalt in der Natur ist zu Erholungszwecken gestattet. Zu zelten, Feuer zu machen oder im Freien zu übernachten ist allerdings ohne eine Erlaubnis des Grundstücksbesitzers oder der zuständigen Behörde verboten.

Saarland

Auch im kleinen Saarland ist das Wildcampen in der freien Natur ohne eine Erlaubnis des Grundstücksbesitzers verboten.

Rheinland Pfalz

Rheinland Pfalz verbietet ebenfalls das freie Camping ohne explizite Erlaubnis des Grundstücksbesitzers, allerdings gibt es hier eine interessante Ausnahmeregelung. Im Pfälzerwald und entlang des Soonwaldsteiges im Hunsrück gibt es Trekkingcamps, in denen Wanderer und nicht motorisierte Campingfreunde für 10 Euro pro Nacht übernachten können.

Dadurch wird es möglich, irgendwo regelkonform mit dem Wohnmobil zu stehen und den Rest der Strecke zu Fuß zu entdecken. Wer gern wandert oder radelt, kann einen legalen Stellplatz nutzen, muss aber nicht dort schlafen.

Sachsen

Auch in Sachsen gibt es eine interessante Ausnahme für das ansonsten verbotene Wildcampen. Im Elbsandsteingebirge und in der wunderschönen sächsischen Schweiz gibt es gesonderte Regelungen. Hier können Camper Ihren fahrbaren Untersatz außerhalb der Naturschutzgebiete parken und dann zu ihrem Schlafplatz in der Natur wandern.

In der sächsischen Schweiz gibt es Felsüberhänge, auf denen Wanderer mit Schlafsack und Isomatte übernachten können – mit Blick in den Sternenhimmel.

Thüringen

Thüringen verbietet wildes Campen, ein Verstoß kostet 10 bis 100 pro Nacht. Mit der Erlaubnis des Eigentümers dürfen Camper aber auch hier ihr Zelt auf einem Grundstück aufstellen.

Bayern

Das südlichste Bundesland hat natürlich spektakuläre Locations zu bieten, die Regelungen sind allerdings auch nicht ohne. Das bayerische Naturschutzgesetz regelt die Bestimmungen zum Wildcampen. Auch hier spielt das Betretungsrecht eine entscheidende Rolle. Nach dem Gesetz ist es erlaubt, die freie Natur »zum Genuss der Naturschönheit« ohne Zustimmung des Grundeigentümers zu betreten.

Um in der freien Natur zu zelten oder einen Wohnwagen abzustellen, ist allerdings die Zustimmung des Eigentümers notwendig. Auch um Feuerstellen zum Kochen zu entzünden und zu betreiben, bedarf es einer Zustimmung, was sogar Grillgeräte einschließt.

Wer mit einem Wohnwagen beim Wildcampen in einem geschützten Gebiet ertappt wird, kann mit einem Bußgeld bis zu 2.500 rechnen. Da in Bayern das Wildcampen in vielen speziellen Gebieten wie Wasserschutzgebieten, Wildschutzgebieten oder Naturschutzgebieten generell verboten ist, ist es ratsam, sich vorher mit den zuständigen Gemeinden in Verbindung zu setzen und zu erfragen, wo das Stehen erlaubt ist.

Auch das Feuermachen und Zelten an bundeseigenen Ufern ist in Bayern verboten. Ein Lagerfeuer an Main und Donau kann also teuer werden.

Rechtliche Grauzone: Wo hört Erholung auf, wo fängt Wildcamping an?

Spätestens nach der Liste der verschiedenen Regelungen in den einzelnen Bundesländern wird klar, dass es rechtliche Grauzonen gibt.

Die Gesetzgeber unterscheiden zwischen Wald und freier Landschaft, zwischen öffentlichen und privaten Grundstücken und zwischen Zelten und Biwakieren. Da gibt es einen Unterschied? Ja, den gibt es! Zum Zelten brauchen Sie, der Name sagt es schon, ein Zelt. Als Biwakieren wird das Lagern und Übernachten im Freien ohne Zelt bezeichnet. Isomatten, Schlafsäcke, Hängematten, selbstgebaute Unterstände aus nicht fest verbauten Materialien sind erlaubt.

Wer sich einen Regenschutz aus Zweigen und Blättern baut, verstößt gegen kein Gesetz, wer ein Zelt aufstellt, kann Schwierigkeiten bekommen.

Mit Freunden beim Wildcampen entspannen
Mit Freunden beim Wildcampen entspannen

Diese kleinen, aber wichtigen Unterschiede können darüber entscheiden, ob eine Übernachtung im Freien ganz legal ist oder ob ein Bußgeld fällig wird.

Generell gilt aber: In ganz Deutschland ist das Zelten im Wald verboten, denn hier greifen nicht nur die Landesgesetze, sondern auch das Bundeswaldgesetz.

Aber auch das Zelten in freier Landschaft birgt Fallstricke. Denn als freie Landschaft gilt in Deutschland alles, was außerhalb des Waldes oder bebauter Ortschaften liegt. Aber was davon ist Privatbesitz? Eine Wiese in Deutschland ist schließlich nicht kennzeichnungspflichtig.

Für Wanderer, Radfahrer, Camper und andere Abenteurer ist also gar nicht ersichtlich, ob sie sich auf einem privaten Grundstück befinden oder auf einer öffentlichen Fläche. Sollten wir alle zur Sicherheit lieber ganz auf das wilde Camping verzichten? Auf gar keinen Fall, denn es gibt Alternativen!

Wie viel Freiheit braucht Wildcampen?

Der Ursprungsgedanke, zum Wildcamping einfach in die Wildnis zu gehen und das Zelt da aufzuschlagen, wo Sie ein schönes Plätzchen zum Übernachten entdecken, mag in Ländern wie Kanada seine Berechtigung haben.

Im dicht besiedelten Deutschland aber gibt es kaum »Wildnis«, und wenn es sie gibt, sollten wir sie auch schützen, indem wir sie in Ruhe lassen. Sie müssen aber trotz allem nicht auf freies Wildcampen verzichten. Fragen Sie sich lieber, was Sie am Wildcamping so reizvoll finden.

Geht es Ihnen darum, dem Rauschen der Stadt, dem Lichtsmog und den Menschenmassen zu entgehen? Geht es um das Naturerlebnis, frei und ungeschützt Wind und Wetter zu trotzen? Oder sind Sie fasziniert davon, das minimalistische Leben aus dem Rucksack auszuprobieren, ohne heiße Dusche, gekühlte Getränke und Hochleistungsinternet? Suchen Sie vielleicht Einsamkeit und Selbstbestimmung?

Falls etwas davon auf Sie zutrifft, müssen Sie keine Abstriche machen, Sie müssen sich nur vernetzen. Neben den Naturlagerplätzen, die immer öfter auch in Deutschland entstehen, gibt es zahlreiche Grundeigentümer, die gern Camper auf ihrem Grundstück übernachten lassen.

Manchmal kostenlos, manchmal einfach aus Freude daran, Menschen kennenzulernen. Manche Grundbesitzer erwarten einen kleinen Obolus, andere freuen sich über Hilfe bei der Obsternte oder ähnliches. Oft wird gar keine Gegenleistung erwartet, es reicht, wenn Camper nett fragen.

Inzwischen gibt es zahlreiche Online-Communitys, in denen Camper und Grundbesitzer sich austauschen. Eine gute Plattform für solche naturnahen Stellplätze wäre zum Beispiel Vansite. Auf einem privaten Campingplatz fern der ausgetretenen touristischen Pfade zu stehen, kann genauso abgeschieden und einsam sein wie Wildcampen ohne Genehmigung, nur ist es in dem Fall erlaubt.

Allerdings sollten Sie Kontakte knüpfen, bevor Sie losfahren. So können Sie eine richtige Route festlegen und von Etappe zu Etappe wandern, radeln, reiten, paddeln oder was immer Sie möchten.

Solange Sie wissen, dass Sie abends mit der Genehmigung des Besitzers auf einem Grundstück einkehren und übernachten dürfen, sind Sie immer auf der sicheren Seite und können sorglos wildcampen. Vielleicht entgeht Ihnen dadurch der Kick, morgens noch nicht zu wissen, wo Sie abends Ihr Lager errichten werden.

Aber mit Sicherheit entgeht Ihnen der Kick, vom zuständigen Forstbeamten zur Kasse gebeten zu werden, weil Sie auf einem Stellplatz übernachten, der verboten ist. Mit der Erlaubnis des Grundstücksbesitzers schläft es sich einfach besser.

Woran muss ich beim Wildcampen sonst noch denken?

Wer wildes Camping liebt, liebt auch die Natur. Diese zu schützen und zu erhalten ist natürlich oberstes Gebot. Auf Campingplätzen gibt es eine Platzordnung und einen Platzwart, der auf die Einhaltung der Regeln achtet. Beim Camping in der freien Natur gibt es das nicht.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich an die ungeschriebenen Gesetze der Community halten, um Ihren Respekt vor der Natur zu zeigen. Je mehr freie Camper die Regeln beachten – die in diesem Fall nicht vom Gesetzgeber diktiert werden, sondern vom gesunden Menschenverstand – umso weniger Gesetze sind notwendig, um die Natur zu schützen.

  • Keine großen Gruppen! Die Natur gehört allen, auch den Pflanzen und Tieren. Je weniger Camper »im Rudel« auftreten, umso leichter ist es, sich umsichtig und leise zu verhalten und die Tierwelt so wenig wie möglich zu stören.
  • Kein offenes Feuer! Man kann es gar nicht oft genug sagen: Auch, wenn es feucht ist, auch, wenn keine Bäume in unmittelbarer Nähe stehen, offenes Feuer stellt in der Natur immer ein Risiko dar. Es ist also vollkommen zu Recht nicht erlaubt!
  • Respektvoll mit der Natur umgehen! Abfälle, Essensreste oder verschmutztes Wasser zu entsorgen, ist im Wald nicht erlaubt! Auch dann nicht, wenn es sich »nur« um einen Bio-Apfel oder ein bisschen Waschwasser handelt. Alles, was die natürlichen Kreisläufe in ihrem Gleichgewicht stört, kann zum Problem werden!
  • Geschützte Gebiete sind auf jeden Fall tabu! Es hat Gründe, wenn Flächen als Naturschutzgebiet oder als Nationalpark ausgewiesen werden. Solche Areale stehen unter Schutz, damit die empfindlichen Ökosysteme nicht gestört werden, das sollte jeder Naturliebhaber respektieren.

Benehmen Sie sich in der Natur wie ein höflicher Besucher. Das heißt: Passen Sie sich den dort herrschenden Regeln an. Rehe, Kaninchen und Füchse feiern auch keine Partys mit lauter Musik und Grillgerüchen.

Sie sind bei den Waldbewohnern zu Gast, also versuchen Sie selbst, sich an die »Umgangsformen« anzupassen. Benehmen Sie sich leise, unaufdringlich und so, dass Sie keine Spuren hinterlassen.

Damit man auch nichts vergisst, oder wenn es doch mal auf einen richtigen Campingplatz gehen soll, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag: Camping Apps: Die 14 besten Apps für iPhone und Android.

Und was gehört in meinen Rucksack fürs Wildcampen?

Der Reiz beim Wildcampen besteht darin, die Nacht ohne Luxus zu überstehen. Umso besser sollte die Planung sein, denn was fehlt, können Sie nicht eben mit einem Sprung in den Supermarkt ersetzen.

Packen Sie also alles ein, was lebensnotwendig ist und Ihnen dabei hilft, Sicherheitsrisiken zu vermeiden!

  • Trinkwasser, so viel Sie tragen können! Aus stehenden oder fließenden Gewässern zu trinken, ist nicht erlaubt, denn es kann im Krankenhaus enden. Gerade an heißen Tagen und in langen Nächten dürfen Sie Ihren Wasserverbrauch aber auf keinen Fall unterschätzen! Sauberes Trinkwasser ist beim Wildcampen tatsächlich lebensnotwendig, auch dann, wenn Sie nur einen Tag in der freien Natur bleiben wollen.
  • Nehmen Sie genug Lebensmittel mit! »Kraftfutter« im Gepäck ist wichtiger als der spannende Roman, den sie schon so lange lesen wollten! In der Natur brauchen Sie ausreichend Kohlenhydrate und Vitamine. Sie werden staunen, wie hungrig Sie von der vielen Bewegung an der frischen Luft werden. Besonders geeignet sind Nahrungsmittel wie Trockenobst und Nüsse. Diese haben ein geringes Gewicht, liefern aber jede Menge Energie.
  • Sorgen Sie für Licht! Fern der städtischen Lichtquellen kann die Dunkelheit zum Sicherheitsrisiko werden. Am besten eignet sich eine Stirnlampe, so haben Sie beide Hände frei und werden nicht von Ihrer eigenen Lichtquelle geblendet.
  • Warme Kleidung! Auch im Sommer kann es nachts empfindlich kalt oder unangenehm nass werden. Falls Ihre Kleidung nass wird, müssen Sie eine komplette Garnitur zum Wechseln dabei haben.

Fazit: Wildcampen ist eine wundervolle Erfahrung, solange Sie einige Punkte beachten

Bleiben Sie im legalen Rahmen und das Wildcampen wird zu einem unbeschwerten Abenteuer. Beim Wildcamping unter freiem Himmel die Nacht zu verbringen, ist aufregend genug.

Trüben Sie Ihre Freude nicht dadurch, dass Sie Dinge tun, die ausdrücklick verboten sind. Halten Sie sich an die Regelungen der einzelnen Bundesländer, im Idealfall übernachten Sie nur auf Flächen, für die Sie die Erlaubnis des Besitzers haben.

So können Sie in ganz Deutschland das Wildcampen unbeschwert genießen.